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„Alle sind im Internet“ titelt die 16. Shell Jugendstudie. Während der Anteil der Jugendlichen 2002 noch bei 64% (weibliche Nutzer) bzw. 68% (männliche Nutzer) waren, gilt für 2010 eine Quote von 95% weiblichen und 97& männlichen Internetusern (Übersicht zu Quote der Jugendlichen mit Internetzugang). Dabei zeichnen sich unterschiedliche Nutzertypen ab (Übersicht der Typologie von Internetnutzern): 1) Die Gamer, etwa ein viertel der Befragten, sind vor allem männliche Internetnutzer aus sozial benachteiligten Familien, die den Computer und das Internet vor allem für Computerspiele in der Freizeit nutzen. Insebsondere 2) jüngere weibliche Nutzer verwenden Facebook oder StudiVZ zum Netzwerken, um in Kontakt mit Freunden und Interessengruppen zu bleiben. 3) Ältere weibliche Jugendliche werden hier als „Funktions-User“ bezeichnet, sie erledigen Einkäufe und suchen Informationen im Internet. Die letzte Gruppe, 4) die der Multi-User, kennzeichnet mit ihren 34% vor allem ältere männliche Jugendliche, die das Internet mit all seinen Anwendungsmöglichkeiten nutzen.

Die Aufschlüsselung nach dem Geschlecht der jugendlichen Internetnutzer ergibt, dass weibliche User das Internet vor allem zur Kommunikation und Interaktion nutzen sowie zur Erleichterung von Arbeitsabläufen, wie das Recherchieren von Informationen und das Bestellen in Online-Shops. Männliche User widmen sich eher Online-Spielen.

Schlüsselt man die bei Shell dargestellten Ergebnisse nach dem sozialen Hintergrund der Befragten auf, so ergibt dies ein interessantes Bild: Jugendliche aus benachteiligten sozialen Schichten nutzen das Internet weniger effektiv und in geringerer Bandbreite. Während Jugendliche aus höheren sozialen Schichten die Funktionen des Internet in seinem gesamten Funktionsumfang verwenden. Vermuten lässt sich hier, dass letztere bereits länger Erfahrung im Umgang mit dem Internet haben, da sie aus finanziellen Gründen eher Zugriff auf Computer und das WWW hatten. Gleichzeitig kann man daraus schließen, dass das Elternhaus hier mehr Wert auf die Förderung der Medienkompetenz (in diesem Fall sowohl Umang mit Technik und Inhalten) legt. Zudem wage ich zu schlußfolgern, dass die Jugendlichen aus sozial höher gestellten Familien auch stärkere Förderung von Medienkompetenz in der Schule erfahren haben.

Folglich muss auch Lernenden aus sozial benachteiligten Jugendlichen der Zugang zu Computer und Internet zugesichert werden. Dies kann insbesondere im Rahmen schulischer Lernangebote geschehen, da die Lernenden hier angeleitet werden können auch die ihnen noch unbekannten Funktionen des Internets zu entdecken.

Der Zugang zu Computer und Internet sowie deren sachgemäße Verwendung (technisch korrekt) und der nutzbringende Einsatz für Informationsrecherche und -auswahl sowie die aktive und sinnvolle Mitgestaltung von Webinhalten sind für eine zukünftige Wissensgesellschaft grundlegende Kompetenzen. Ohne die Beherrschung dieser kann ein Jugendlicher nicht mehr mit den schnellen Entwicklungen der restlichen Gesellschaft mithalten und steht im wahrsten Sinne des Worte im „off“.