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Das ist das Fazit des Artikels über den Mord an einer jungen Frau in Großbritanninen.

In einer Gesellschaft, die das Medium Internet mit all seinen Möglichkeiten zur Verbreitung von Informationen, zum Recherchieren und Nachlesen, zum Gesellschaften nutzt, kommt es nicht allzu selten vor, dass unseriöse Berichterstatter dieses Medium nicht nur nutzen, um nicht aufzuklären, sondern eine eingeschränkte Weltsicht aufzubauen und zu vertiefen.

Das Online-Magazin „Shine“ vom Internet- und Suchmaschinenanbieter Yahoo veröffentlichte 2009 einen Artikel über eine junge Frau und Mutter, die von ihrem Ex-Freund und Vater ihrer Kinder im Schlaf erstochen wurde, weil sie ihren Beziehungsstatus von „verheiratet“ auf „single“ geändert hat. Die Redakteurin des Textes, Jessica Ashley, dramatisiert nicht nur das Geschehen, sie macht sich außerdem die Sensationslust der Leser zunutze, indem sie detailgetreu den Tathergang beschreibt und mehrmals hervorhebt, dass in diese Familientragödie Kinder involviert sind.

Doch ihre Schlussworte und das daraus abzulesende Fazit sind geradezu abstrus: Facebook wäre der Auslöser für den Mord gewesen und das nicht das erste Mal – und laut „Befürchtungen“ der Journalistin nicht das letzte Mal.

Dass aber offensichtlich nichts über die sonstigen Familienverhältnisse des ehemaligen Paares, ihre Gesamtsituation, ihr sonstiges Verhältnis bekannt ist, wird nicht erwähnt. Wir können es nur erahnen, da sich Ashley in wilden Spekulationen ergibt.

So ein Text, der immerhin 465 Kommentare erhalten hat, ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es in unserer heutigen Gesellschaft ist, Informationen einordnen zu können. Bezüglich ihrer Glaubwürdigkeit, der recherchierten Tiefe und dem eigentlich Ziel des Artikels, nämlich Angst zu verbreiten und Vorurteile zu bestärken. Auf den Grad der Seriosität des Artikels lässt bereits die Rubrik schließen, in die er eingeordnet wurde: „Love + Sex“.

Ich sage damit nicht, dass Facebook unproblematisch ist. Die Aufklärung über derartige Social Networks und ihre Gefahren, aber auch Möglichkeiten, sollte ebenfalls Teil von Medienerziehung und -aufklärung sein.

Bitte schreibt mir eure Meinungen zu diesem Artikel, dem Thema Facebook und Social Networks und Medienaufklärung.

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